15.07.10

LARP - Live Action Roleplay


Ein dem Karneval eng verwandtes Phänomen ist das LARP oder Live Action Roleplay. Worum geht es dabei? Eine große Menge junger Menschen treffen sich für ein Wochenende (macnhmal kann es auch durchaus länger sein) in einem abgelegenen Waldtstück, idealerweise noch mit einer alten Burg und errichten dort mehrere große Zeltlager. Sie verkleiden sich als Ritter, Elfen, Zwerge, Orks und andere mittelalterlich inspiririerte Fantasyfiguren. Es gibt eine Spielleitung, die sich aufregende Geschichten ausdenkt, die dann von den Spielern erlebt werden. Beispiel: Die Prinzessin des Königreichs wurde von Banditen entführt und wartet darauf, befreit zu werden. Die Spieler machen sich auf die Suche, folgen von der Spielleitung gestreuten Hinweisen, begegnen sogenannten NSCs (Nicht-Spieler-Charakteren, d.h. Figuren, die von der Spielleitung kontrolliert werden und klare Anweisungen haben, wie sie sich gegenüber den Spielern zu verhalten haben), die bekämpft oder befragt werden wollen und finden schließlich mit etwas Glück die Prinzessin und befreien sie aus den Klauen des Bösen.

Dabei folgen die ablaufenden Begegnungen einem vorher festgelegten Regelwerk, das heißt wenn zwei Kontrahenten gegeneinander im Schwertkampf antreten (mit Latexschwertern, versteht sich, hier wird niemand verletzt), bestimmen unter anderem ihre getragenen Rüstungen, d.h. Kostüme, wie viele Treffer sie einstecken können, bevor sie sich geschlagen geben müssen. Schiedsrichter überwachen, dass alles mit rechten Dingen zugeht, man verlässt sich aber größtenteils auf die Fairness der Spieler. Die Kostüme kommen recht martialisch daher, denn meistens finden die Spiele in einem mittelalterlichen Setting mit fantastischen Elementen statt (so in der Art von Der Herr der Ringe).

Was für Kostüme kommen denn in einem LARP vor? Das hängt ganz von der Rolle ab, die der jeweilige Spieler oder NSC auszufüllen hat. Handelt es sich um einen Ritter, so wird er bspw. eine echte Rüstung tragen, das kann von einem wattierten Wappenrock über eine gehärtete Lederrüstung bis hin zur Vollplatte reichen (nicht so empfehlenswert, weil unglaublich schwer, wenn es auch echt beeindruckend aussieht). Ein Magier (auch die gibt es selbstverständlicherweise in einem Fantasy-Setting, auch wenn sie nicht alle Gandalf heißen) trägt einen grauen Umhang, einen spitz zulaufenden Hut und einen Zauberstab. Der Gugel (eine Art von mittelalterlicher Kopfbedeckung, nicht zu verwechseln mit der Suchmaschine gleichlautenden Namens) schmückt das Haupt jedes Bogenschützen vorzüglich. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, die Gestaltung des eigenen Kostüms ist eines der Highlights bei jedem LARP und man ist jedes Mal wieder überrascht, mit was für kreativen Ideen die anderen Spieler aufwarten können.

Die Kostüme, die von ambitionierten Larpern getragen werden, können schon recht teuer werden, gerade bei Verwendung hochwertiger Materialien. Eine tolle Seite, um an die passende Gewandung zu kommen (so nenen es die Larper selbst), ist larpcorner.de, Deutschlands größtes Larpshop-Verzeichnis. Hier sucht man sich einfach eine Kategorie aus und lässt sich eine Reihe von Shops anzeigen, die den jeweiligen Artikel führen. Beispiele für Kategorien sind Kopfbedeckungen, Umhänge/Mäntel, Schuhwerk, Rüstzeug aus Metall, Leder und weiteren Materialien, Polsterwaffen aus Schaumstoff, Maskenbildnerei etc. etc. Aber es gibt auch andere Alternativen. Auch in Karnevalsläden kann man schon eine Startausrüstung für einen Anfänger-LARP zusammenbekommen und mal reinschnuppern, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Auf Dauer wird man natürlich nicht um professionelles Equipment herumkommen, aber einen Anfang kann man auch machen als Ritter Maverick oder hübsche Gladiatrix, eine Art Barbarenkriegerin.

Quelle der LARP-Bilder (1-4): Bifford The Youngest @flickr

1 Kommentare:

cosisikh hat gesagt…

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