26.02.10

Wieso eigentlich verkleiden? Die Geschichte der Karnevalskostüme

Kostüme sind ein ganz wesentlicher Bestandteil des Karnevals, ganz egal wo er zelebriert wird. Natürlich gibt es hier auch noch mal regionale Unterschiede, so kennt man die bunten Kostüme der Samba-Tänzerinnen in Brasilien, die sich doch stark von den verbreiteten Cowboy- und Piraten-Kostümen im Kölner Karneval unterscheiden. Aber auch hierzulande gibt es die professionellen Paraden der Garden wie bspw. die Blauen Funken. Da hab ich mich gefragt: Woher kommt eigentlich die Tradition, sich an Karneval zu verkleiden? Da muss man tatsächlich ein bisschen recherchieren, bis man fündig wird.

Die meisten werden wissen, dass der Karneval eigentlich einen religiösen Hintergrund hat. Er entstand aus einer Verbindung von christlichen Traditionen und älteren heidnischen Bräuchen der Kelten und Germanen. Der Zeitpunkt von Karneval (40 Tage vor Ostern beginnt die Fastenzeit) orientiert sich am Christentum nach dem Motto: Jetzt noch mal ordentlich die Sau rauslassen, bevor das lange Darben beginnt! Dazu würde auch passen, dass das Wort Karneval von carne levare kommt, das ist Lateinisch und heißt Fleisch aufheben/weglassen.

Die Tradition sich zu verkleiden ist dagegen reichlich unchristlich und hat wohl damit zu tun, dass man die bösen Winterdämonen (ja, von denen sprach ich implizit schon letzte Woche ;-) im Frühjahr vertreiben muss. Und wie macht man das am besten? Na klar, indem man sich möglichst wilde Verkleidungen einfallen lässt, um ihnen einen Schrecken einzujagen. Früher waren das die Masken der Fruchtbarkeitsgottheiten Bock, Hirsch und Bär. Heute ist man da schon ein bisschen kreativer geworden und nimmt das auch nicht mehr so genau. Das Christentum hat also einen älteren Brauch einfach ins eigene religiöse Repertoire integriert. Schon praktisch, weil die Leute sich dann gar nicht umstellen mussten und einfach weiterleben konnten wie bisher.

Eigentlich ist es ja paradox, dass sich Karnevalsgesellschaften und -schulen organisieren, wo doch der Karneval eigentlich gegen alle Regeln verstößt und sich an kein weltliches Gesetz hält. Aber auch das ist bei genauerem Hinsehen ganz passend, denn die Kölner Garden z.B. sind eine ironische Kopie der Kölner Stadtgardisten im 19. Jahrhundert. Diese hatte einen üblen Leumund aufgrund ihres Mangels an Tapferkeit und Geistesgegenwart. Durch die Karnevalsumzüge wurden sie der Lächerlichkeit preisgegeben. Auch wenn die heutigen Karnevalsorden sich selbst manchmal ein bisschen zu ernst nehmen. Typischer Fall von übers Ziel hinausgeschossen. Grundgedanke war und ist die Persiflage und das Auf-die-Schippe-nehmen von religiösen und weltlichen Autoritäten.

Okay, so viel zur Geschichte der Karnevalskostüme. Wenn ich noch was Interessantes rausfinde, lasse ich es euch wissen. Für den heutigen Karneval gilt ja sowieso, dass alles erlaubt ist, was Spaß macht und gut aussieht. Da braucht man sich um Geschichte und Traditionen nicht wirklich Gedanken zu machen.

Noch viel mehr speziell zur Geschichte des Kölner Karnevals hier: http://www.koelnerkarneval.de/131.html

Bildquellen: flickr-User sfmission.com, Wikimedia Commons

18.02.10

Nach dem Karneval ist vor dem Karneval

Aschermittwoch markiert immer das Ende der Karnevals-Session, es ist für manche der traurigste Tag des Jahres. Die Zeit des ausgelassenen Feierns und der verrückten Kostüme geht vorbei und das triste Februarwetter draußen zieht einen in die nächste Winterdepression. HALT! So muss es nicht unbedingt sein, schließlich wird es 2011 ja auch wieder einen Karneval geben - und was für einen, im Jahr 2011 ;-) Deswegen dachte ich mir, schreibe ich doch um die Zeit zu überbrücken einen kleinen Blog, in dem ich vieles Wissenswerte zu Karnevalskostümen zusammentrage.

Ich bin ein sogenannter Immi, erlebe also den Kölner Karneval jedes Jahr als Zugereister, aber nichtsdestoweniger begeistert. Es hat zugegeben ein bisschen gedauert, um mit den Kölsche Jecken warm zu werden (das ist aber ganz allein meine Schuld, die Jecken mit ihrer ansteckenden rheinischen Fröhlichkeit können wirklich nichts dafür). Aber dann habe ich meine Faszination für den Karneval entdeckt und besonders für die Kostüme, denn sie sind das Einzigartige daran. Ohne Kostüme kein Karneval, so viel ist sicher. Und gibt es etwas Schöneres als ein Straßenfest, bei dem jeder anziehen darf, was er will, ohne schräg angeguckt zu werden? Karnevalskostüme stehen für Spaß, Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Kulturen und deswegen sind sie mindestens einen Blog wert.

Ich habe mir vorgenommen, in den kommenden Monaten möglichst regelmäßig alles Mögliche zu Karnevalskostümen zusammenzutragen, was das Netz so her gibt. Die ausgefallensten Kostüme, die besten Tipps zum Selbermachen, ein bisschen was zur Geschichte der Karnevalskostüme und wie sich die Kostüme von Stadt zu Stadt und von Land zu Land zu Land unterscheiden.

Gut, das reicht dann auch mal fürs Erste: Und hier noch ein paar warme Erinnerungen für kalte Winterabende:

Bildergalerien zum Kölner Karneval 2010

Macht et joot und bis zum nächsten Mal!

Bildquelle: Wikimedia Commons