28.04.10

Das Abenteuer des Wilden Westens


Der Wilde Westen ist eines der beliebtesten Settings für Karnevalskostüme und das verwundert nicht, denn er bietet alles, was zu einem aufregenden Kostüm dazugehört. Zur Zeit der Expansion der europäischen Siedler auf dem nordamerikanischen Kontinent Richtung Westen waren noch echte Männer gefragt. Die taffen Cowboys trieben Kuhherden von Weidefläche zu Weidefläche und letztendlich in die Städte zum Metzger oder auch zu Verladestationen. Ihr ganzes Leben spielte sich im Sattel ab, häufig 10 Stunden täglich. Außerdem gab es da ja schließlich noch Banditen, Indianer, wilder Tiere und die Gefahren der Natur wie herunterstürzende Felsbrocken oder reißende Flüsse. Kein Wunder also, dass das Cowboy-Kostüm einer der Evergreens unter den Karenvalskostümen geworden ist. Zwar ist das Cowboy-Bild, das hier transportiert wird, völlig idealisiert, aber ein bisschen Abenteuerlust und Freiheitsdrang gehörte zum Leben eines Cowboys schon dazu und genau das sucht man ja an Karneval.

Bild 1: www.stekarneval.com

Immer noch sehr beliebt ist natürlich auch die andere Seite der Geschichte des Wilden Westens. Gerade Mädchen verkleiden sich häufig als Indianerinnen und bringen damit ihre Naturverbundenheit, Urprünglichkeit und Sympathie mit einem grausam unterdrückten Volk zum Ausdruck. Indianer kleideten sich (so zumindest Karl May, der als unbedingte Autorität in diesen Dingen gelten muss) häufig farbenfroh und ausgesprochen geschmückt, zumindest die Häuptlinge und Schamanen bei entsprechenden Zeremonien und Verhandlungen mit dem Weißen Mann. Auch die Kriegsbemalung ist überliefert als martialische Verzierung, die sich natürlich bestens mit Schminke nachstellen lässt und bei der der Fantasie freier Lauf gelassen werden
kann.

Bild 2: www.1001kostueme.de


Für erwachsene Frauen bietet sich die Saloondame als Kostüm an. Sie hat eine leicht verruchte Ausstrahlung, kann mit wallenden Kleidern aufwarten, die im Alltag einfach zu unpraktisch wären und genießt einen Sonderstatus in einer von Männern dominierten Umgebung. Viele Frauen lieben das Western-Flair, ich habe neulich erst eine Dokumentation im Fernsehen gesehen, die eine Deutsche begleitete, welche einen Amerikaner in Texas heiratete. Natürlich standesgemäß in Western-Aufmachung mit Stiefeln, Hut und altertümlicher Corsage. Offenbar fasziniert der Wilde Westen auch außerhalb von Karneval noch heute. Das erkennt man auch an den beliebten Fotosessions im Wild West Stil, die von Profifotografen gerne für Familien angeboten werden.

Bild 3: www.maskworld.com

Ein wichtiges Acessoire sollte in diesem konfiktvollen Szenario niemals vergessen werden: die Friedenspfeife! Denn sie steht als Zeichen der Einigkeit und der Versöhnung und ist wesentlich geeigneter, an Karneval Freunde zu finden als Bögen, Pistolen und Tomahawks. So bekommt das Ganze auch noch einen gewissen pädagogischen Sinn und Kinder dürfen sich uneingeschränkt und authentisch (zumindest nach Karl May) an ihren Kostümen erfreuen.

25.04.10

Kotüme für die Kleinsten


Traditionell am meisten Spaß haben an Karneval nicht die hysterischen Frauen, die an Weiberfastnacht unbedarften männlichen Zeitgenossen Krawatten abschneiden, auch nicht selbige, sofern sie sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, um den ganzen Tag über in albernen Verkleidungen ein Schnäpschen nach dem anderen zu kippen. Es sind auch nicht die Polizisten hoch zu Ross, die in der Kölner Innenstadt für Ordnung sorgen und endlich mal gut unters Volk passen in ihrer Aufmachung. Um euch nicht länger auf die Folter zu spannen: Am meisten Spaß haben an Karneval natürlich die Kinder, weil das Verkleiden und Einnehmen fremder Rollen seit Räuber und Gendarm zum Grundrepertoire kindlicher Ausdrucksweisen gehört.

Bildquelle oben: www.1001kostueme.de

Im Karneval wird auf einmal legitim, was den Rest des Jahres über unzulässig ist. Die Kids dürfen als Cowboys und Vampire verkleidet zur Schule fahren, die Mädchen sich nicht nur wie kleine Prinzessinnen aufführen, sonder auch so anziehen und die Jungs ihren Idolen aus Film, Fernsehen und Computerspiel nacheifern. An Karneval ist jeder Kind und die Kleinsten sind in ihrem Element. Dies entspricht auch dem karnevalistischen Grundgedanken des Auf-den-Kopf-stellens der geltenden Ordnung. Die Machtlosen (Frauen... ähem und Kinder) bestimmen auf einmal wo's langgeht und der Pöbel regiert die Straßen (in Abgrenzung zu gutbürgerlichen Kreisen). Wer kein Narr ist, hat kein Mitsprachrecht und wird nicht ernst genommen. Klar, dass Kinder so was lieben.

Bildquelle rechts: www.stekarneval.com

Folgende Trends konnte ich bei meiner Recherche zum Thema Karnevalskostüme für Kinder ausfindig machen:
- Gerade Kinder nehmen es nicht übel, wenn sie für das (natürlich jedes Jahr neu zusammenzustellende) Kostüm mit Flicken ganz unten in Mamas Kleiderschrank Vorlieb nehmen müssen. Man hat schon von begeisterten 10jährigen Jungs gehört, die das Kommunikonskleid ihrer Großmutter zur Grundlage für ein kreatives Kostüm machten. Geht alles, Kinder sehen das nicht so eng. Natürlich hilft Aufpeppen mit einigen gekauften Acessoires weiter. Nähres dazu hier.

- Manche kleine Kinder haben tatsächlich ein bisschen Angst vor dem Verkleiden. Als Abhilfe sind geeignet: Verkleidung als Lieblingstier (mit Cape und Kopfbedeckung) oder alternativ Schminken. Vorsicht: Hierbei auf Hautverträglichkeit achten, z.B. mit Grimas Schminke. U.a. hier zu finden.

Bildquelle links: www.film-kostueme.de

- Wer ein Kostüm kaufen möchte, sollte sich eine oder zwei Nummern größer besorgen, damit das Kind reinwachsen kann. Beim übernächsten Karneval kann man das Teil dann noch mal auspacken, das fällt niemandem auf und wenn es anfangs zu groß ist, ist das auch nicht schlimm, denn hey es ist schließlich Karneval. Da darf man ruhig ein bisschen lächerlich aussehen. Man kann immer noch behaupten, es sei Absicht!

- Die beliebtesten Klassiker für Kinder: Cowboy, Vampir, Indianer, Ritter, Prinzessin und alle Tiere, die man sich vorstellen kann

- Neue Trends: Avatare (seit dem Kinofilm), Vampire (hatten wir zwar schon, aber seit Bis(s) zum Morgenfrauen erleben sie ein Revival), Superhelden

- Sogar Babies lassen sich wunderbar verkleiden und haben in aller Regel auch noch einen Heidenspaß dabei. Und die Fotos, die dabei entstehen sind einfach unbezahlbar, wenn man sie sich Jahre später mit den älter gewordenen Kids noch mal anschaut.

Bildquelle: www.karneval-megastore.de

15.04.10

Tierkostüme


Nach kurzer umzugsbedingter Blog-Abstinenz gibt's von mir mal wieder ein Update. Der Titel dieses Posts ist dabei durchaus irreführend, denn Tierkostüme können natürlich zum einen sowas sein wie der nette Herr im linken Bild, sprich Menschen entdecken zu Karneval ihre wilde Seite und laufen im Pelz oder Federkleid durch die Gegend. Sowas hat im Karneval eine lange Tradition und hängt sicher auch mit den alten heidnischen Bräuchen zusammen. Tierkostüme sind nun mal die naheliegendste Variante zum Vertreiben böser Wintergeister, wenn man sich die alten Germanen in einem Dorf im tiefsten Hunsrück vorstellt. Dazu sollte es denn freilich aber etwas mehr sein als der nette Hase, besser geeignet scheint hier schon der böse Wolf rechts. Dem wollte man sicher nicht im Dunkeln begegnen.

Quelle: http://www.karneval-megastore.de (Hase), http://www.1001kostueme.de (Wolf)

Auch nicht im Dunkeln begegnen will man sicher diesem lustigen Knaben. Ganz besonders nicht in schäbigen Hotelzimmern im Pauschalurlaub, denn es gilt die Regel: Wo eine ist, da sind viele. Dass die Kakerlake allerdings eine Sonnenbrille trägt, ist äußerst bemerkenswert und ein nachahmungswürdiges Detail. Überhaupt bin ich für mehr Insektenkostüme an Karneval, denn die sind einfach klein und knuddelig und lösen bei den meisten Mitmenschen spontane Begeisterungsausbrüche aus. Wie eben besagte Kakerlake im Hotelzimmer...

Quelle: http://www.1001kostueme.de


Aber eigentlich wollte ich ja auf die Mehrdeutigkeit des Wortes Tierkostüme zu sprechen kommen. denn damit kann auch durchaus etwas derartiges gemeint sein (Bild rechts). Oder hätte ich das eigentlich im vorigen Post zu Sexy Kostümen unterbringen müssen? Da wird man beim Labeln ja regelrecht verunsichert. Süß ist es allemal. Und eben ein Beispiel für Tierkostüme im alternativen Wortsinn, eine recht spaßige Sache, die wohl jeden Tierschutzbund auf die Barrikaden gehen lassen wird. Na ja, es soll Tiere geben, die sowas tatsächlich mögen...




Derartige Albernheiten gibt es zuhauf, insbesondere für den besten Freund des Menschen, den Hund. Hier fällt zudem der Trend zum Crossdressing ins Auge, dem auch Zweibeiner an Karneval nicht gefeit sind. Ich werde diesem Thema in Zukunft sicher noch einen eigenen Post widmen, denn es ist faszinierend zu sehen, wie häufig Männer sich als Frauen verkleiden und umgekehrt. Nun ja, im Falle dieses Köters hier ist noch nicht einmal klar, ob es sich um Männlein oder Weiblein handelt. Fest steht nur, dass die Frisur irgendwie unpassend wirkt. Aber das ist ja bei Hundeschauen nicht anders.



Durch und durch männlich präsentiert sich dieser stolze Vertreter seines Geschlechts. Wie ein moderner Fred Feuerstein posiert er hier mit seinen Machtinsignien. Knochen passen auf ganz natürliche Weise zu Hunden, also ist dieses Kostüm mein klarer Favorit bislang. Man kann sich durchaus vorstellen, dass Herr und Frau Neandertaler so mit ihrem Kleinen Gassi gegangen sein könnten. Wäre nur der Hund (also der Wolf) ein klein wenig früher domestiziert worden...

Quelle der drei Hundebilder: http://www.maskworld.com

Okay, um ein versöhnliches Fazit zu ziehen. Egal ob nun Tiere sich als Menschen verkleiden oder umgekehrt: Hauptsache ist und bleibt, dass alle Beteiligten daran Spaß haben und den Karneval gemeinsam genießen können. Und so ist es auch begrüßenswert, wenn man sich mit Gleichgesinnten zusammentut und beispielsweise der Freundinnenzirkel als Hühnerstall auftritt oder der Fußballverein als Schafherde. Die Masse macht hier die Klasse und ein unscheinbares Kostüm wirkt bei mehrfachem Auftreten schon gleich viel beeindruckender. In diesem Sinne: Alaaf!



Quelle: http://www.stekarneval.com