
Der Wilde Westen ist eines der beliebtesten Settings für Karnevalskostüme und das verwundert nicht, denn er bietet alles, was zu einem aufregenden Kostüm dazugehört. Zur Zeit der Expansion der europäischen Siedler auf dem nordamerikanischen Kontinent Richtung Westen waren noch echte Männer gefragt. Die taffen Cowboys trieben Kuhherden von Weidefläche zu Weidefläche und letztendlich in die Städte zum Metzger oder auch zu Verladestationen. Ihr ganzes Leben spielte sich im Sattel ab, häufig 10 Stunden täglich. Außerdem gab es da ja schließlich noch Banditen, Indianer, wilder Tiere und die Gefahren der Natur wie herunterstürzende Felsbrocken oder reißende Flüsse. Kein Wunder also, dass das Cowboy-Kostüm einer der Evergreens unter den Karenvalskostümen geworden ist. Zwar ist das Cowboy-Bild, das hier transportiert wird, völlig idealisiert, aber ein bisschen Abenteuerlust und Freiheitsdrang gehörte zum Leben eines Cowboys schon dazu und genau das sucht man ja an Karneval.
Bild 1: www.stekarneval.com

Immer noch sehr beliebt ist natürlich auch die andere Seite der Geschichte des Wilden Westens. Gerade Mädchen verkleiden sich häufig als Indianerinnen und bringen damit ihre Naturverbundenheit, Urprünglichkeit und Sympathie mit einem grausam unterdrückten Volk zum Ausdruck. Indianer kleideten sich (so zumindest Karl May, der als unbedingte Autorität in diesen Dingen gelten muss) häufig farbenfroh und ausgesprochen geschmückt, zumindest die Häuptlinge und Schamanen bei entsprechenden Zeremonien und Verhandlungen mit dem Weißen Mann. Auch die Kriegsbemalung ist überliefert als martialische Verzierung, die sich natürlich bestens mit Schminke nachstellen lässt und bei der der Fantasie freier Lauf gelassen werden
kann.
Bild 2: www.1001kostueme.de

Für erwachsene Frauen bietet sich die Saloondame als Kostüm an. Sie hat eine leicht verruchte Ausstrahlung, kann mit wallenden Kleidern aufwarten, die im Alltag einfach zu unpraktisch wären und genießt einen Sonderstatus in einer von Männern dominierten Umgebung. Viele Frauen lieben das Western-Flair, ich habe neulich erst eine Dokumentation im Fernsehen gesehen, die eine Deutsche begleitete, welche einen Amerikaner in Texas heiratete. Natürlich standesgemäß in Western-Aufmachung mit Stiefeln, Hut und altertümlicher Corsage. Offenbar fasziniert der Wilde Westen auch außerhalb von Karneval noch heute. Das erkennt man auch an den beliebten Fotosessions im Wild West Stil, die von Profifotografen gerne für Familien angeboten werden.
Bild 3: www.maskworld.com
Ein wichtiges Acessoire sollte in diesem konfiktvollen Szenario niemals vergessen werden: die Friedenspfeife! Denn sie steht als Zeichen der Einigkeit und der Versöhnung und ist wesentlich geeigneter, an Karneval Freunde zu finden als Bögen, Pistolen und Tomahawks. So bekommt das Ganze auch noch einen gewissen pädagogischen Sinn und Kinder dürfen sich uneingeschränkt und authentisch (zumindest nach Karl May) an ihren Kostümen erfreuen.










